Bild: Peter Strahlendorf (Verleger New Business Verlag), Stephan Scherzer (Hauptgeschäftsführer des Medienverbandes der freien Presse MVFP), Axel Walkenhorst (Vorsitzender VDL)

Als einen „vollen Erfolg“ bewerteten die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung des Verbands Deutscher Lesezirkel e.V. am 15. und 16.09.2022 in Berlin die Veranstaltung. Die gut besuchte Jahrestagung wurde durch den Verbandsvorsitzenden Axel Walkenhorst eröffnet.

In Anwesenheit der Verbandsmitglieder und zahlreicher Gäste aus den Reihen der Verlage und Geschäftspartner rief er in seiner Begrüßungsrede dazu auf, die zurückliegenden Probleme im Medienvertrieb infolge der Corona-Krise nicht länger zu „bejammern“, sondern sich den Herausforderungen des Medienwandels zu stellen und ihnen mit Elan und neuen Ideen zu begegnen. Axel Walkenhorst: „Wir wollen auf allen Ebenen nicht länger übereinander, sondern miteinander reden.“ Dabei bezog er sich auf die zukünftige Gestaltung der Kommunikation zwischen den einzelnen Vertriebswegen und Verbänden: Gemeinsam sei man stark und könne die Bedeutung und den Erhalt von Printmedien in der Gesellschaft sichern. Die Begrüßungsrede wurde von den Mitgliedern mit großem Beifall aufgenommen, denn Axel Walkenhorst traf damit genau ins Schwarze. Schließlich ist das Lesezirkel-Geschäft insgesamt kein Massengeschäft, sondern eine sehr persönliche und teilweise jahrzehntelange Zusammenarbeit mit den Kunden.

Keyspeaker Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Medienverbandes der freien Presse MVFP, nahm den von Axel Walkenhorst gesponnenen Faden auf und berichtete in einer eindrucksvollen Rede mit dem einprägsamen Titel „Publishing 2023 – Wettbewerb um Zeit, Aufmerksamkeit und Vertrauen“ zunächst über die derzeitige Situation in Print- und Digitalbusiness und den daraus resultierenden Aufgabenfeldern in der Verbandsarbeit der Zeitschriftenverlage. Scherzer ging auf die wirtschaftliche Entwicklung bei der Herstellung von Zeitschriften und in den Anzeigen- und Vertriebsmärkten ein, erläuterte die Kommunikationsarbeit des von ihm geführten Verbandes MVFP auf nationaler und europäischer Ebene und den unterschiedlichen Status der Pressefreiheit und Meinungsvielfalt in Ländern und auf Kontinenten. Auch hier kristallisierte sich schnell heraus: Nur ein Miteinander, und nicht ein Nebeneinander kann zum Erfolg führen. Fast schon nebenher berichtete Stephan Scherzer von den eindrucksvollen Erfolgen seines Verbandes, beispielsweise der vom MVFP initiierten Kampagne zugunsten der Pressefreiheit.

In der sich anschließenden Podiumsdiskussion unter Beteiligung von Stephan Scherzer, Michael Fischer (Geschäftsführer Sales Impact) und Sebastian Ganske (Vorstand Ganske Verlagsgruppe), die Hermann Schmidt (ehemaliger Geschäftsführer Leserkreis Daheim und Jahreszeiten Verlag) moderierte, wurden lesezirkelspezifische Fragen erörtert: Optimierung der Öffentlichkeitsarbeit, Kundenakquise im Privatkundensektor, Zielgruppen-Angebote, Diversifikation, Kosten- und Ertragsmanagement, Listung der LZ-Auflage in der IVW als Teil des Abonnements, Bedeutung der Reichweite. Hier trafen verschiedene Meinungen kontrovers und doch konstruktiv aufeinander. Der Lesezirkel, so stellte sich schnell heraus, ist ein unverzichtbarer Teil der deutschen Medienlandschaft. Diese verändert sich, und der Lesezirkel verändert sich mit ihr. Deutlich wurde auch, dass unter dem Einfluss der Corona-Pandemie Änderungen sowohl bei den Verlagen als auch bei den Lesezirkeln dazu geführt haben, dass einiges an Wissen voneinander und übereinander nicht mehr vorhanden war.

Die Teilnehmer der Veranstaltung hatten anschließend ausreichend Gelegenheit, diese Wissenslücken wieder zu schließen und sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen. Denn im Anschluss an die Eröffnungsveranstaltung trafen sich die Tagungsteilnehmer zum gemeinsamen Abendessen in orientalischer Atmosphäre im „Madi – Zelt der Sinne“ in Berlin- Reinickendorf. Nicht nur das hervorragende orientalische Büffet, sondern auch die akrobatischen und künstlerischen Einlagen sorgten dafür, dass dieser Abend bei allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Am Folgetag wurde die Jahrestagung des Verbandes Deutscher Lesezirkel e.V. mit der internen Mitgliederversammlung fortgesetzt. Themenschwerpunkt war dabei die umfassende Änderung der Verbandssatzung. Weniger Administration und mehr direkter Einfluss durch die Mitglieder stand bei dieser Änderung im Vordergrund. Die einstimmig angenommene Satzungsänderung sieht nun unter anderem vor, dass die Mitglieder des Vorstandes und des geschäftsführenden Vorstandes direkt von der Mitgliederversammlung vorgeschlagen und auch direkt gewählt werden. Die Bezirksorganisationen entfällt damit. So haben Mitglieder ab sofort die Möglichkeit, direkten Einfluss auf die Zusammensetzung des Vorstands zu nehmen. Folgerichtig wird das Amt des Schatzmeisters in den geschäftsführenden Vorstand integriert.

„Eine rundum gelungene Veranstaltung und ein voller Erfolg“ – so bezeichneten die Teilnehmer in einem gemeinsamen Mittagessen nach dem Schluss der Mitgliederversammlung die Jahrestagung. Die Planungen für die nächste Jahrestagung sind bereits im vollen Gange. Um Synergie-Effekte zu nutzen ist es geplant, dass der Verband Deutscher Lesezirkel e.V. seine nächste Jahrestagung im Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Abonnement durchführt.

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